1. Vertrag und Beteiligte prüfen
Lies Mietvertrag und Nachträge vollständig. Notiere die genaue Wohnungsanschrift, alle Personen auf Mieterseite und den richtigen Empfänger. Haben mehrere Personen den Mietvertrag unterschrieben, sollte die Kündigung von allen Vertragsparteien erklärt und unterschrieben werden.
Prüfe außerdem, ob es sich um einen unbefristeten Vertrag, einen wirksam befristeten Vertrag oder einen Vertrag mit Kündigungsausschluss handelt. Bei Befristung, Untervermietung, Wohngemeinschaft oder einer ungewöhnlichen Klausel kann die Standardvorlage unpassend sein.
2. Kündigungstermin berechnen
Für unbefristeten Wohnraum bestimmt § 573c BGB grundsätzlich: Geht die Kündigung spätestens am dritten Werktag eines Monats zu, endet das Mietverhältnis mit Ablauf des übernächsten Monats. Entscheidend ist der rechtzeitige Zugang bei der Vermieterseite, nicht das Absendedatum.
Schreibe bei Unsicherheit „zum nächstmöglichen Termin“ und bitte um Bestätigung des konkreten Vertragsendes. Verlasse dich trotzdem nicht allein auf die spätere Bestätigung, sondern prüfe die Frist vor dem Versand anhand deines Vertrags und der gesetzlichen Grundlage.
3. Schriftform einhalten
Die Kündigung eines Wohnraummietverhältnisses bedarf nach § 568 BGB der Schriftform. Eine einfache E-Mail, ein Foto oder eine Chatnachricht ersetzt die unterschriebene Erklärung deshalb nicht. Bewahre eine identische Kopie auf.
Schlichte Vorlage für den Regelfall
Hiermit kündige ich / kündigen wir den Mietvertrag für die Wohnung [vollständige Anschrift] ordentlich zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin. Bitte bestätigen Sie den Beendigungszeitpunkt schriftlich und schlagen Sie Termine für Vorabnahme und Übergabe vor. [Ort, Datum, Unterschriften]
Die Vorlage ist eine Formulierungshilfe für einen normalen unbefristeten Wohnraummietvertrag, keine Prüfung deines Einzelfalls.
4. Zugang nachweisbar machen
Wähle eine Zustellung, bei der du den Zugang später nachvollziehen kannst. Welche Variante im Einzelfall den besten Nachweis liefert, hängt von der Situation ab. Wichtig ist, dass du nicht nur einen Versandbeleg, sondern möglichst den tatsächlichen Zugang dokumentieren kannst.
Bitte um eine schriftliche Bestätigung mit Vertragsende. Stimmt das bestätigte Datum nicht mit deiner Berechnung überein, kläre die Abweichung sofort.
5. Auszug und Übergabe getrennt organisieren
Die Kündigung regelt das Vertragsende, aber noch nicht alle Einzelheiten des Auszugs. Vereinbare anschließend:
- Vorabnahme nur, wenn sie für beide Seiten sinnvoll ist
- Übergabetermin und Rückgabe sämtlicher Schlüssel
- Dokumentation von Zustand und Zählerständen
- Umgang mit Einbauten, Möbeln und vereinbarten Arbeiten
- neue Anschrift für Abrechnung und Rückfragen
Kläre Renovierungsfragen nicht aus der Erinnerung, sondern anhand von Mietvertrag, Einzugsprotokoll und konkreter Vereinbarung. Der Ratgeber zur Wohnungsübergabe führt den nächsten Schritt weiter. Möchtest du früher aus dem Vertrag, ist ein Nachmietervorschlag eine mögliche Verhandlungslösung, beendet den Mietvertrag aber nicht automatisch.
Bei Streit, unklaren Klauseln oder einem finanziell wichtigen Sonderfall ist eine individuelle Beratung durch Mieterverein, Verbraucherberatung oder eine Rechtsanwältin beziehungsweise einen Rechtsanwalt sinnvoll.
